Viel Lärm um Nichts?
Häufig Fehlalarm — Feuerwehr muss aber ausrücken - 17.02. 14:00 Uhr
„Stimmt nicht“, sagte der Kommandant der Herzogenauracher Stützpunktwehr, Matthias Rocca. Natürlich sei der Kaminbrand in Oberlindach relativ harmlos gewesen, aber es hätte auch anders kommen können, wenn das Feuer durchgebrannt wäre und die Zwischenböden im Haus erwischt hätte. Dann wäre es ein richtiger Großbrand geworden. Aber, so Matthias Rocca: „Meistens erwischen wir es rechtzeitig.“
Der Kommandant schob noch hinterher, dass seine Leute eineinhalb Stunden draußen in Oberlindach gewesen seien. Mit Hilfe von Wärmebildkameras wurde dann noch nach kritischen Stellen gesucht, die besonders heiß sind.
Außerdem bittet Rocca in solchen Fällen auch stets einen Kaminkehrer an den Ort des Geschehens. Aus luftiger Höhe, wohin er mit der Drehleiter befördert wird, putzt er dann den Schlot von oben durch. Kaminbrände könnten u. a. entstehen, wenn nasses Holz verschürt oder die Zuluft gedrosselt wird. Schlagen dann Flammen und Funken aus dem Schornstein, seien auch benachbarte Häuser gefährdet.
Nur wenige Aktive
Und Rocca erklärt auch, warum immer so viele Wehren ausrücken. Vor allem in kleineren Ortschaften stünden oft nur wenige Aktive zur Verfügung. Der Alarmplan für den Seebachgrund sehe deshalb vor, dass mehrere Wehren angefordert werden. Als Beispiel nennt Rocca Oberreichenbach und Münchaurach. Wird dort Alarm ausgelöst, dann kreuzt in der Regel auch noch die Herzogenauracher Stützpunktwehr auf.
In der Aurachstadt selbst rückt im Brandfalle in der Regel nur ein Löschzug mit vier Fahrzeugen aus, behauptet der Kommandant.
Die Alarmpläne seien schon in Ordnung. Die seien unter seiner Regie erstellt worden. Der Disponent in der Nürnberger Leitstelle müsse anhand der Meldung entscheiden, welche Alarmstufe ausgelöst wird. Mittlerweile gebe es, so Rocca, über 50 Alarmstichwörter. An Brandstufen habe es früher lediglich drei gegeben: Klein-, Mittel- und Großbrand. Jetzt seien es über 20 Stufen. Eine mehr bedeutet laut Rocca, dass zwei Wehren zusätzlich ausrücken.
Auf die relativ große Zahl der Fehlalarme angesprochen, verrät der Kommandant, dass die Brandmeldeanlagen, die auf die Leitstelle in Nürnberg geschaltet sind, in 90 Prozent der Fälle Fehlalarme auslösten. Häufig seien die Eigentümer daran schuld, wenn beispielsweise in der Nähe einer Küche ein Auslöser installiert sei. Auch übermäßige Wärme könne das gleiche bewirken. Auch die Technik selbst könne einen Defekt haben oder aber es nisten sich kleine Tierchen in die Anlage ein, die dann dafür sorgen, dass Alarm ausgelöst wird.
Ernst nehmen
„Wir müssen aber jeden ernst nehmen und auf alle Fälle ausrücken“, sagt Rocca. Könnte ja ein Witzbold, der in unverantwortlicher Weise im Ernstfall von einem Fehlalarm spricht, dahinter stecken. Grundsätzlich sind laut Kommandant Rocca Einsätze im Ernstfall kostenfrei, dazu gehöre auch die Rettung von Menschen. Andere Hilfeleistungen wie z. B. Bäume schneiden, müssten aber verrechnet werden. Und verrechnet werden auch Fehlalarme, egal welcher Art. Schließlich müssen laut Rocca auch wieder die Alarmanlagen zurückgesetzt und neu eingestellt werden, wenn sie einmal „angeschlagen“ haben. Und dafür sei auch die Feurwehr zuständig.







vom 11. Februar 2012
vom 08. Februar 2012