Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

 

Die Stützpunktfeuerwehr Herzogenaurach wird bald ein neues Haus bekommen. Das berichtete Bürgermeister German Hacker. Im vergangenen Jahre rückten die Wehrleute zu 190 Einsätzen aus.

vom 31. Januar 2011 von Richard Sänger


Herzogenaurach - Über 3639 Stunden ehrenamtliche Arbeit forderten die 190 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach im vergangenen Jahr.
Diese beachtliche Bilanz zog Kommandant Matthias Rocca bei der Jahreshauptversammlung, die auch von Ehrungen und Beförderungen geprägt war.

 

So wurden Antonia Schacher zur Feuerwehrfrau und Jochen Rösch zum Feuerwehrmann befördert. Zu Oberlöschmeistern wurden Markus Meisel und Georg Bündgens ernannt. Für 25-jährige Dienstzeit wurde Horst Münck von Landrat Eberhard Irlinger und Kreisbrandinspektor Norbert Rauch mit dem silbernen Ehrenzeichen des Bayerischen Innenministers ausgezeichnet.

Der Landrat stellte das Ehrenamt in den Mittelpunkt seiner Laudatio. „Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr so selbstverständlich, für Andere etwas zu tun, ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit“, so Irlinger, der mit etwas Sorge vorausblickte, dass es in Zukunft wohl der Nachwuchs in den Feuerwehren fehlen wird. „Beruf, Schule, Freizeitangebote und geburtenschwache Jahrgänge werden es künftig schwieriger machen, noch ausreichend Ehrenamtliche für die Feuerwehren rekrutieren zu können“, befürchtet der Landrat, der die Politiker aufforderte, diesen Trend umzukehren.

Gleichwohl erteilte er der Zentralisierung der Feuerwehren eine klare Absage. „Wir brauchen auch die kleinen Wehren in den Ortsteilen und Dörfern, nicht nur weil die Feuerwehrleute Ortskenntnis haben und gleich vor Ort sind, sondern in vielen Dörfern haben die Feuerwehren auch ein wichtige soziale und kulturelle Funktion“, brach Irlinger eine Lanze für die Ortswehren.

Aus dem Bericht Kommandant Matthias Rocca war zu erfahren, dass die Feuerwehr in Herzogenaurach über 127 ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende, davon 21 Jugendliche, drei Züge, sieben Löschgruppen, zwei Jugendgruppen, einen Gefahrstoffzug und 55 ausgebildete Atemschutzträger verfügt. Für den Ernstfall fit gehalten wurde sich bei 4437 Übungsstunden, unter anderem bei Einsatz- und Großübungen sowie Räumungsübungen an den Schulen. Die Einsätze gingen von Brandmeldealarmen, Kleinbrände und zwei Großbränden bis hin Personensuche, Hilfeleistungseinsätze und Sturmschäden. Bei den Einsätzen wurden insgesamt 16 Personen gerettet, davon sechs Personen über die Drehleiter. Drei Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.

Rocca erwähnte die Einsätze zur Ersten Hilfe, zum Umgang mit Gefahrgut und Hilfeleistungen bei schweren Verkehrsunfällen. Natürlich hatte auch die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger einen hohen Stellenwert. Sie sind bei ihren Einsätzen nicht zuletzt auch hohen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt.

Um auch die künftigen Aufgaben meistern zu können, wird auch in Herzogenaurach wieder aufgerüstet und es wird ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 20/40-SL) angeschafft werden.

Am Ende seines Berichtes bedankte sich Kommandant Matthias Rocca noch einmal ausdrücklich bei denen, die bereit sind, mehr als nur den normalen Dienst zu leisten. Dabei vergaß er auch diejenigen nicht, die der Herzogenauracher Feuerwehr in irgendeiner Form unterstützend zuarbeiten.

„Sieben Tage in der Woche 24 Stunden ehrenamtlich für die Bürger da zu sein, verdient hohe Anerkennung und Respekt“, sagte Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker. Man werde der Feuerwehr auch weiterhin als verlässlicher Partner zur Seite stehen, erklärte er.

Hacker hatte auch gute Nachrichten mitgebracht. Nach dem genehmigten Haushalt ist nun der Weg frei für Neuanschaffungen und für die Sanierung der Feuerwache (Der FT berichtete). „Die Studie zeigt, dass erstaunlich viel kaputt ist an diesem Gebäude. Es ist nicht damit getan, dem Bau ein Dach draufzusetzen“, so Hacker, der bei der nächsten Stadtratssitzung das Ergebnis der Untersuchungen präsentieren will.

Einen positiven Bericht präsentierte auch die Leiterin des Spielmannszuges, dem „Aushängeschild“ der Herzogenauracher Feuerwehr, Anke Bündgens. In mehr als 50 Proben bereiteten sich die 41 Spielleute auf die Auftritte vor, derzeit befinden sich auch 15 Kinder in der Ausbildung.

Hinter der starken und aktiven Feuerwehr steht auch ein starker Verein. Vorsitzender Franz Hagen berichtete von über 1439 Mitgliedern, die der Herzogenauracher Feuerwehr den Rücken stärken. Seinen Dank sagte er zum Abschluss des offiziellen Teils des Abends den Einsatzkräften, dem Spielmannszug und dem Betreuerteam der Jugendfeuerwehr für ihr Engagement und ihre Leistungsbereitschaft, dem Stadtrat samt Rathausteam und Bürgermeister für die gute und angenehme Zusammenarbeit.